Kategorie:Chinarose
Die sehr alte chinesische Gartenbaukunst hat eine große Zahl von Rosensorten hervorgebracht, die sich zum Teil sicherlich stark ähnelten und die im 18.Jahrhundert und später, als sie nach Eiuropa gelangten, auch oft miteinander verwechselt wurden. Bis zu den Verträgen von 1840-1860 durfte kein Europäer das Landesinnere betreten und der Handel lief einzig über den Hafen von Kanton. Die meisten Gartensorten wurden daher im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den Europäern in der großen Baumschule Fa Ti bei Kanton entdeckt.
Die Bezeichnungen chinensis und sinensis sind identisch, desgleichen die Bezeichnungen "China" und "Bengal". Letztere geht darauf zurück, dass die Engländer, als größte Importeure von Rosen aus China, diese erst in ihre indische Kolonie ins bengalische Kalkutta brachten, wo sie meist im Botanischen Garten angebaut wurden, um dann erst später von Bengalen nach Europa zu gelangen. Aus eben diesem Grund - dem Umweg über Indien - ist auch die Bezeichnung Rosa indica mit Rosa chinensis synonym.
Chinarosen sind niedrige Büsche mit zarten, beinahe stachellosen Zweigen. Die eiförmig zugespitzten Blättchen sind 3-5 fiedrig, tiefgrün und glänzend. Die Blüten, meist zu mehreren an langen Stielen, sind mittelgroß, locker gefüllt und wohlriechend. Die Kelchblätter sind einfach, zugespitzt und zurückgeschlagen. Sie fallen später ab. Die 2 cm langen, birnenförmigen Hagebutten sind braun-grün gefärbt. In Nordeuropa sind viele der Chinarosen und ihrer Abkömmlinge nicht sicher winterhart. Die Eigenschaft des Öfterblühens geht auf diese Gruppe zurück. Sie brachten ein reines Rot und reines Gelb in die Rosenzucht ein.
Bereits im 18. Jahrhundert wurden eine Reihe von Chinarosen nach Holland und England gebracht. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen dann zwei Gartenrosen aus China nach England, die von grundlegender Bedeutung für die Rosenzucht und das Entstehen der Öfterblühenden und später der Modernen Rosen waren: 'Hume's Blush Tea-scented China' sowie 'Parks' Yellow Tea-scented China'. Weitere Details hierzu bei:
- François Joyaux, Enzyklopädie der Alten Rosen, Ulmer, ISBN 978-3-8001-5333-6, S. 123-125.
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